Wir folgten heute nochmals der deutschen Alpenstrasse und fühlten uns mehr im Winter-Urlaub als in den Osterferien. Am Walchsee vorbei ging es wieder Nordwärts hoch ins Chiemgau an einen Ort wo bis in die 1950er Jahre noch Stecher, Wender, Steiger und Moorknechte ihre Arbeit verrichteten.
Unsere erste Station war das Kendlmühlfilzen Moor im Chiemgau. Es gehört zu den grössten Moorgebieten Bayerns. Heute wirkt es ruhig, fast unberührt, mit weiten Flächen, Wasserläufen und langen Holzstegen durch die Landschaft.
Historisch sah das ganz anders aus.
Über Jahrzehnte wurde hier Torf abgebaut, ein wichtiger Rohstoff, vor allem als Brennmaterial. Ganze Flächen wurden systematisch entwässert und abgetragen, oft in harter Handarbeit und unter einfachen Bedingungen.
Das Moor ist damit ein kleines Beispiel dafür, wie stark Deutschland als Industrienation gewachsen ist:
Rohstoffe wurden konsequent genutzt, Landschaften verändert und Energiequellen erschlossen, lange bevor moderne Lösungen verfügbar waren.
Heute ist das Gebiet grösstenteils geschützt. Der Torfabbau ist eingestellt, und die Natur holt sich langsam zurück, was über viele Jahre genutzt wurde.
Ein Ort, der zeigt, wie nah Natur und Industriegeschichte manchmal beieinanderliegen.
Vom Chiemgau fuhren wir weiter in Richtung bis nach Berchtesgaden, wo wir eine uns unbekannte Unterwelt besuchten.
Hier wo Steiger, Hauer und Markscheider mit Bohrer, Wasser und Pumpen arbeiten durften wir ein weiterer Spannender Industriezweig sehen der in dieser Region bereits 1190 das erste Mal erwähnt wurde.
Glück auf, Glück auf!
Das Salzbergwerk Berchtesgaden gehört zu den ältesten aktiven Salzbergwerken Deutschlands. Bereits seit Jahrhunderten wird hier Salz gewonnen.
Der Abbau erfolgt heute nicht mehr klassisch mit Hacke und Schaufel, sondern über Solegewinnung: Wasser löst das Salz aus dem Gestein, die Sole wird anschliessend weiterverarbeitet.
Als Besucher gelangten wir mit einer Grubenbahn tief in den Berg, passieren Stollen, Rutschen und unterirdische Bereiche, die einen guten Einblick in die Entwicklung des Salzabbaus geben.
Historisch war Salz einer der wichtigsten Rohstoffe überhaupt. Es wurde nicht umsonst als „weisses Gold“ bezeichnet und war eine zentrale Grundlage für Handel, Wohlstand und industrielle Entwicklung in der Region.
Beide Orte zeigen wie nah Natur und Industriegeschichte manchmal beieinanderliegen.
Von Berchtesgaden folgten wir der Soleleitung bis nach Bad Reichenhall, wo wir auf dem Stellplatz der Rhupertus Soletherme nächtigen und natürlich auch ein Bad geniessen.


































